von Heike D. Grieswald
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11. April 2026
Heute Nacht hatte ich mal wieder einen Alptraum. Einen Alptraum, in dem ich mich auf der 50 Hertz-Trasse in einem Wald verlaufen habe und mehrere Brocken Gleisschotter seitlich in meine Richtung geschüttet oder geworfen wurde. Auch Menschen waren entfernt vorhanden. Bauarbeiter. Schon das zweite Mal, dass ich einen ähnlichen Traum dieser Art habe. In der Tat habe ich Angst, mich zu verfahren oder in unwegsamem Gelände zu verlaufen. Meistens bin ich ja alleine unterwegs. Schon im Studium war das schlimm. Damals mussten Geländekartierungen durchgeführt werden. Alleine oder manchmal bei kleineren Projektarbeiten im Team. Die Kartierungen waren so konstruiert, dass jeder für sich auch alleine unbekanntes Gelände zu durchkunden hatte. Mit dunklem Wald, starken Steigungen, Kuhherde, Nebel, Regen, Sonne, übernachten im Zelt, das dann aufgrund des Regens unter dem Wasserkasten begonnen hat, zu schimmeln. Bei mir waren die hiesigen diplomrelevanten Kartierungen bei Affalter und bei Pausa, Mehlteuer etc. Es war immer schlimm, meistens verloren einsam und ohne Klo. Mal abgesehen von guter Luft und schönen Pflanzen und zwitschernden Vögeln. Auf Fuerteventura hatte ich Angst, dass ich im Hinterland einfach umkippe. Dort im Hinterland von Ajuy, wo die Fossilien einfach rumliegen und es brütend heiß ist. Ich war dort, um Vergleichsproben für meine sächsischen bis anhaltinischen Vulkanismusprojekte zu sammeln. Bei den Dünen wurde ich auch ausgeraubt. Alleine in fremde Länder reisen ist wegen der Ungewisseheit, was wieder passieren wird, für mich als Frau immer mit enormen Stress verbunden. Nun ja. Eigentlich wollte ich noch ein kleines Video zum Buntsandstein von Schafpreskeln machen, aber der gerundete Hochquarz ist irgendwo beim Transport weggeschmirgelt. Und ohne Beweisfoto kann ich nur behaupten, dass in dem Buntsandstein der Eintrag varistischer, felsischer Subvulkanite ist. Und dann wollte ich noch ein kleines Video zum hochreinen Quarzgang bei Grobau erstellen, aber ich habe gerade keine Lust dazu. Die Frage bei dem Quarzgang ist nämlich - da er anscheinend postmagmatischen Ursprungs ist und nicht metamorph überprägt - ob er im vogtländischen Umfeld permokarbonen, felsischen Vulkanismus als Begleitung hat. Die Frage hat sich letztes Jahr durchaus ein paar Kilometer entfernt gestellt. Ich habe Angst vor Montag. Da muss ich wieder nach Zwickau zu der gruseligen Arbeitsstelle im Ingenieurbüro. Letztes Jahr wurde ich von 2 Leuten (m/w) mehrfach grundlos böse zusammengesaut. Ich wurde auch aus Spaß damit betitelt: "Du bist ein Vieh" und seitens eines verhaltensgestört mehrfach brüllenden Architekten und seitens einzelnem Baustellenpersonal kam es auch zu verbalen Übergriffigkeiten. Das ist doof. Ich fühle mich da jedes Mal völlig fehl am Platz. Nun habe ich einen neuen Polier am Hals, der unbedingt diskutieren will, obwohl ich einfach nur in den Gräben Dinge dokumentieren soll und zeitlich einfach aufgrund der anfallenden Menge der offenen Leitungsgräben und der vielen Kilometer täglich keine genaue Festlegung zu den Zeiten auf seiner Baustelle treffen kann. Das ist eine Geländetrasse, der SüdOstLink, kein begrenztes Straßenbauprojekt mit einer Baugrubenabnahme, die zeitlich genau zu benennen ist. Und die Wegsamkeiten gehen über Stock und Stein. Aber das kapiert der nicht. Mir wurden auch einfach Sommerreifen aufs Flottenfahrzeug aufgezogen, obwohl es im Vogland kälter ist als in Zwickau und gerne noch schneekrümelt. Die Initiatoren im IB, die das in die Wege geleitet haben, sind nie draußen im unwegsamen Gelände unterwegs und sitzen den ganzen Tag indoor im warmen. Sie haben keinen Verkehrsstress mit aufpassen müssen, nicht über das Bankett in den Straßengraben zu rutschen oder beim vorbeifahren am Gegenüber die Front des Autos oder den Seitenspiegel zu verlieren. Sie müssen nicht auf Geschwindigkeiten aufpassen und auf Blitzer und nicht auf glitschige Straßenverhältnisse, sie werden nicht durch die Sonne geblendet und nicht vom Wind und Regen fast umgepustet und brauchen nicht im Schlamm rumstiefeln und feststecken und nicht frieren und nicht durch Pfützen laufen. Sie sind den ganzen Tag geschützt indoor. Sie müssen sich auch nicht tagtäglich auf die unterschiedlichsten Charaktere und Befindlichkeiten auf den Baustellen einstellen und immer im Hinterkopf haben, ob indoor mal wieder ein Maulkorb oder ein Hochdrehen eines Gegenübers folgt. Der Spagat als Geologin mit Facherfahrung ist auf dieser Arbeitsstelle in der Geotechnik enorm. Und ich mag das überhaut nicht. Es ist mir zuviel. Leider habe ich keine Jobalternative und muss da am Montag wieder hin. Mir gruselt es. Jetzt würde ich gerne noch einen Vorschlag für die sich gerne hauenden Hooligans und die Polizei machen, die da immer dazwischen gehen muss. Lassen sie das doch einfach regelmäßig tagsüber und nachts als Prügeldemos zu. Lassen Sie am Einlass zur Prügeldemo, die auch gerne auf einem schlammigen Feld stattfinden kann, damit sich die Prügelnden beim Hinfallen nicht so sehr weh tun, ein Schriftstück unterzeichnen, dass sie sich freiwillig prügeln. So etwas gibt es ja in ähnlicher Art schon. Sie können ja eine höhere Anzahl an Rettungsdiensten bereitstellen. Sie können für so eine Prügeldemo auch Eintritt nehmen, damit die Rettungsdienste finanziert werden und mit Metalldetektoren am Eingang nach Waffen untersuchen. Seien Sie als Polizei doch als Sicherung der Rettungsdienste da und stören Sie die sich gerne hauen wollenden Hooligans und anderen Prügelwütigen nicht. Dann bringen Sie sich nicht unnötig in Gefahr und lassen den Haudraufis ihren Spaß, sodass sie ihre Wut weniger zuhause oder auf der Arbeit auslassen.